Save me – Rostock says yes we can!
Noch nie war Fliehen so schwer wie heute. Viele Flüchtlinge überwinden nicht einmal die eigene Landesgrenze. Weltweit sitzen Hunderttausende Flüchtlinge am Rande von Krisengebieten in Lagern vom UNHCR (Hoher Flüchtlingskommissar der Vereinten Nationen) fest, die Flüchtenden keine Lösung auf Dauer bieten. Der Weg nach Europa ist ihnen aber verstellt. Nur ein Teil erreicht die Nachbarstaaten, die mit der Masse an Schutzbedürftigen überfordert sind. In Deutschland ist das Asylrecht fast abgeschafft und durch die Abschottung an den Grenzen gelangen nur Flüchtlinge hierher, die genug Geld für Schlepper haben. Laut UNHCR sind zurzeit rund 42 Mio. Menschen auf der Flucht.Eine Chance, Schutz zu finden, haben in der Regel nur jene, die über Geld, Einfluss, Zähigkeit und Glück verfügen. Alte, Kranke, Kinder und allein stehende Frauen bleiben meist zurück. Den Schutz dieser besonders verletzlichen Personen hat die SAVE ME Kampagne zum Ziel.
Unsere Idee: Die Stadt Rostock soll Bereitschaft zeigen, Flüchtlinge im Rahmen eines Resettlement-Programms aufzunehmen und dadurch ein deutliches Signal gegen die Ausgrenzung und Anfeindung von Flüchtlingen setzen. Immer wieder nehmen Staaten Flüchtlinge aus akuten Krisensituationen auf und gewähren ihnen dauerhaften Aufenthalt. Resettlement ist nicht die Lösung für die weltweite Flüchtlingsproblematik, aber es ist für einige die Rettung – lange, gefährliche Fluchtwege können vermieden werden. Resettlement ist auch kein Ersatz für Asyl: Flüchtlinge müssen weiterhin das Recht haben, an europäischen Grenzen Asyl zu fordern. Der UNHCR vermittelt mit dem sog. Resettlement-Programm seit Jahren Flüchtlinge an aufnahmebereite Staaten wie die USA (41.300), Australien (13.400), Kanada (10.700) und mehrere europäische Staaten. Deutschland nahm bis jetzt an dem Resettlement-Programm nicht teil.
Eine Stadt sagt Ja!
In diesem Sinne ist in München die „Save me“ - Kampagne entstanden. Inzwischen unterstützt Pro Asyl diese Kampagnen bundesweit wie in Berlin, Augsburg, Tübingen und anderen Städten.Wir möchten uns auch in Rostock als Teil einer landesweiten Kampagne unter dem Motto „Für Flüchtlingsrechte und für eine weltoffene Stadt Rostock - Save me – Rostock says yes we can!“ an der bundesweiten Aktion beteiligen.
Unsere Kampagne haben wir bereits auf einer ersten Info-Veranstaltung am 24.09.08 vorgestellt und eine Reihe UnterstützerInnen gewonnen. Am 18.10.2008 wird die Kampagne erstmals öffentlich auf der „Nacht der Kulturen“ in Rostock vorgestellt.
Ab diesem Zeitpunkt suchen wir Rostockerinnen und Rostocker, die für einen Flüchtling symbolisch eine Patenschaft übernehmen. Neben dieser Willensbekundung erklären sich unsere Paten zudem bereit, einer bzw. einem der neuen MitbürgerInnen zu helfen, sich in der Stadt zurechtzufinden. Darüber hinaus gehen unsere Paten keinerlei Verpflichtungen ein - auch keine finanziellen! Sie entscheiden selbst, wie lange und intensiv Sie sich engagieren möchten.
Wir wollen durch die Kampagne möglichst viele Paten finden und damit auch in der Kommune unserem Anliegen Nachdruck zu verleihen – unser Ziel ist es, die Themen Resettlement und Flüchtlingsschutz im Rahmen einer bundesweiten Aktion auch in Rostock auf die politische Agenda zu setzen.

