Verein: Rostock soll Flüchtlinge aufnehmen, 10.02.2009
Ostseezeitung
Kröpeliner-Tor-Vorstadt. Mehr als 40 Millionen Menschen sind nach Angaben der Vereinten Nationen weltweit auf der Flucht, versuchen Kriegen und Hunger zu entkommen. „Wir müssen helfen, das Problem ein wenig zu verringern“, sagt Imam-Jonas Dögüs.
Der 42-jährige Dolmetscher engagiert sich in Rostock für die deutschlandweite Kampagne „Save Me“ (Rette mich). Es gehe darum, den Flüchtlingen einen Neuanfang in Sicherheit zu ermöglichen, erläutert Imam-Jonas Dögüs. Die Flüchtlingsorganisation der UNO (UNHCR) habe schon vor Jahren dazu das sogenannte Resettlement-Programm ins Leben gerufen.
Australien, die USA, Kanada und mehrere europäische Länder beteiligten sich durch die Aufnahme von Flüchtlingen, so Dögüs. Nur eben Deutschland nicht. Auch darauf möchte die Kampagne aufmerksam machen. Wer sein Land aus welchen Gründen auch immer verlassen hat, sollte die Chance bekommen, in eigenen Wohnungen statt in Heimen wie Asylbewerber zu leben, fordert der Dolmetscher.
Dazu gehöre dann eben auch die Möglichkeit, eigenes Geld durch Arbeit zu verdienen. Zwar müsste erst Deutschland das Resettlement-Programm nutzen, Dögüs wünscht sich aber auch, dass Rostock sich als Stadt hinter die „Save Me“-Kampagne stellt. „Aachen, München oder Kiel haben das auch schon gemacht.“
Bisher hätten sich bereits 61 Rostocker für eine symbolische Partnerschaft bereit erklärt. Sie könnten schon jetzt Flüchtlinge aus anderen Ländern wie dem Irak zum Beispiel bei Behördengängen und anderen Alltagsproblemen unterstützen, beschreibt Imam-Jonas Dögüs eine konkrete Möglichkeit zu helfen.
Alle Rostocker, die ebenfalls andere Menschen in Not unterstützen wollen, können sich heute Abend selbst informieren. Dann laden die Organisatoren der Rostocker Save-me-Kampagne um 19 Uhr in den Waldemarhof (kleiner Seminarraum, 2. Etage) ein.
Dort soll auch der für März in der Hansestadt geplante Aktionstag vorbereitet werden.
THOMAS NIEBUHR

